Reisebericht eines Trainers: Updateschulung und Workshop zur Erstellung von Gussteilen in den USA

Veröffentlicht am Feb 24, 2016 in Reisebericht

charleston-map
Vom 5. Dezember bis 12. Dezember 2015 war unser Trainer David Furthmüller für eine Updateschulung und einem anschließenden Workshop für die Erstellung von Gussteilen in Charleston, South Carolina. Die ersten zwei Tage ging es um das NX Update von der Version NX 7.5 auf NX 9. An den letzten zwei Tagen fand der Spezial-Workshop statt. Er hat für uns seine Eindrücke aufgeschrieben:
 
DFBereits beim Check-In in Stuttgart wurde ich von einer freundlichen Flugbereiterin sehr ausführlich nach meinen Packgewohnheiten gefragt und ob ich alles selbst gepackt habe, oder Hilfe hatte. Es war schon etwas amüsant, als die zierliche Dame einem Fluggast hinter mir, der wirklich groß und stark aussah, die gleiche Frage stellte. Nachdem beim Durchleuchten meines Gepäcks meine Spacemaus als verdächtiger Gegenstand identifiziert wurde und danach einem Abstrich für Sprengstoffe unterzogen wurde, konnte es nach 2 weiteren kleinen Checks losgehen.
 
In Charleston angekommen holte ich meinen Mietwagen ab und fuhr zum Hotel. Leider war mir die Größe von Charleston nicht bewusst und auch nicht, dass es dort mehr als ein „Holiday Inn Express Hotel“ gibt. Das führte prompt dazu, dass ich zunächst beim Falschen landete und letztlich eine insgesamt 17-stündige Anreise hatte.
 

Sonntag, 06.12.2015
Aufgrund der Zeitverschiebung war ich bereits gegen 3:00 Uhr morgens wach und verbrachte die Zeit bis zum Frühstück damit, das amerikanische Fernsehprogramm zu studieren.

Da das Wetter nicht sonderlich berauschend war, beschloss ich kurzerhand meine Outlet-Shoppingtour von meinem freien Tag am Mittwoch auf Sonntag vorzulegen. Also fuhr ich zunächst etwas in den Norden nach Summerville zu TK Maxx. Ein Laden der von namhaften Herstellern Produkte aufkauft und zu unverschämt günstigen Preisen anbietet. Anschließend machte ich mich auf den Weg zum Outlet Store. Es ist wie ein kleiner Stadtteil, der ausschließlich aus Outlet Stores besteht.

Der Tag wurde letztlich mit einem Besuch bei Taco Bell und einem Chicken Burrito (lag wohl daran, dass ich nicht verstanden habe, was sie mich gefragt hat und nur „Yes, Yes“ geantwortet habe) und einem Kübel mit übersüßem Softdrink abgerundet.
 

Montag, 07.12.2015 – der erste Updateschulungstag
Das Frühstück startete mit dem Entdecken einer Pancake-Backmaschine und dem starken Gefühl, dass ich dabei war Amerika in mein Herz zu schließen. Nach Kaffee, Orangensaft und Pancakes mit zerlaufener Butter, Bacon und süßem Sirup ging es los zur Updateschulung bei einem großen Automobilzulieferer. Bei der 15 minütigen Anfahrt wurde mir bewusst, wie stressfrei die Amerikaner Auto fahren… und dass sie wirklich über einen TÜV nachdenken sollten.

Ein kleines Schild bei der Pforte wies daraufhin, dass das Tragen von Waffen verboten ist. Amerika! Ich wurde von einer Kollegin am Empfang abgeholt und in einen Konferenzraum gebracht. Auch hier wurde mir wieder der Unterschied zu Deutschland bewusst. Während in Deutschland ein Tablett mit Kaffee, Sprudel und Säften, Brezeln und Keksen steht, stellt man in den USA einfach einen großen Eiskübel mit Getränken, Kaffee und zwei riesen Tabletts mit süßen Stückchen hin.

Die Schulung begann und ich merkte sehr schnell, dass ich mich mit dieser Truppe glücklich schätzen konnte. Auch sprachlich gab es kaum Probleme, da viele der amerikanischen Kollegen eine Zeitlang in Deutschland waren und erstaunlich gut Deutsch sprachen und verstanden.
 
Dienstag, 08.12.2015 – der zweite Update-Schulungstag
Der zweite Schulungstag verlief ebenfalls reibungslos. Wir besprachen die Vor- und Nachteile von Synchronous Modelling, Neuerungen bei Baugruppen und die Zeichnungsableitung.
 

Mittwoch, 09.12.2015 – mein freier Tag
Ich hatte mir für meine freie Zeit in South Carolina vorgenommen alles zu tun, was der Klischee-Amerikaner in meiner Vorstellung auch tut. Dazu gehörten: das Essen einer Vielzahl von Fast Food, nachts zu Wal Mart zu gehen und zu Schießen. Also beschloss ich, mich auf nach Summerville zu einer Shooting Range zu machen.

GunshopEtwas unsicher betrat ich den Gunshop und schaute mich um. Der Laden machte einen gut sortierten Eindruck. Hier die Waffen für Kinder in bunt, dort die Halb- und Vollautomatischen und an der Wand die Bazooka. Einen Mann mit Waffe im Holster sprach ich an um zu fragen, ob ein Europäer wie ich auch schießen dürfte. Wir unterhielten uns eine Weile über seine Zeit beim Militär in Rammstein, Deutschland und amerikanische und deutsche Eigenarten, bevor er mir alles erklärte und mich an einen Kollegen weiter vermittelte. Ich denke der Mitarbeiter hinterm Tresen spürte meine Unsicherheit und riet mir deshalb mit dem kleinsten Kaliber (22) und einem Revolver anzufangen. Nach einer 2-minütigen Einführung wurde mir Munition, ein Revolver, Ohren- und Augenschutz und ein Ziel übergeben. Ich ging durch 2 Sicherheitstüren zu der mir zugewiesenen Lane, montierte das Ziel und ließ es gut 15-20 Meter ans Ende der Lane fahren. Ich fühlte mich wie in einem amerikanischen Action Film. Revolver laden, zielen, treffen. Ich war etwas zittrig dabei, habe aber immerhin getroffen und war froh, kein größeres Kaliber gewählt zu haben. Bei der Hälfte der Munition tauschte ich den Revolver gegen eine halbautomatische Pistole. Die Technik mit Laden, Entsichern, Lauf nach hinten ziehen usw. habe ich nicht ganz kapiert und nach einer Packung Munition beschloss ich es darauf beruhen zu lassen.

Den Nachmittag verbrachte ich in Charleston Downtown und aß einen guten amerikanischen HotDog mit extra Chilli. Charleston stellte sich als wirklich schöne Stadt heraus mit schönen Nebenstraßen, kleinen und großen Südstaatenhäusern mit weißer Veranda und schönen Parks. Das Abendessen verbrachte ich bei Bonefish. Es gab einen leckeren Lachs mit Kartoffelgratin und Eistee so viel man mochte.

Charleston
 
Donnerstag, 10.12.2015 – Gussteil Workshop
Für den Workshop wechselten wir den Schulungsraum. Es ging im Wesentlichen darum, Halter zu konstruieren, mit denen ein ESP-Gerät im Auto befestigt werden kann. Wir untersuchten gemeinsam mehrere Möglichkeiten unter anderem Freiform-Funktionen und Befehle aus Synchronous Technology.
 

Freitag, 11.12.2015 – Gussteil Workshop
Den Workshop haben wir mit einer kleinen Übung begonnen, bei der die Anwender selbstständig in kurzer Zeit und mit einfachen Mitteln ein vereinfachtes Model eines Halter aufbauen, um einen ersten Überblick über die Geometrie des Halters zu bekommen. Die Gruppe hatte in den ersten drei Tagen sehr schnell und viel gelernt und setzte auch die neuen Befehle der NX9 sehr gut ein. Für einen Trainer ist es immer schön, wenn er das Gefühl hat, dass die Teilnehmer etwas mitnehmen.
 

Samstag, 12.12.2015 – Heimreise
Was nehme ich aus der Zeit in Amerika mit? Die Updateschulung und der Gussteil-Workshop liefen erfolgreich und das Feedback der amerikanischen Teilnehmer bestätigt meinen Eindruck. Für mich war es neben den Schulungen eine kulinarische Fast Food Reise, die mich an meine Grenzen brachte und ich entwickelte in dieser Zeit eine natürliche Abneigung gegen Zucker.

Ein kleiner Einblick, wie ich die Essgewohnheiten der Amerikaner kennengelernt habe:
Das Frühstücksbuffet im Hotel: Kaffee, Orangensaft, Zimtrolle und Rührei. Frisches wie Wurst, Schinken, Käse suchte man hier leider vergeblich. Die ersten Tage startete ich mit Kaffee, Pancakes und Doughnuts. Doch ich verzichtete ziemlich schnell zumindest auf den Zucker im Kaffee. Ich versuchte etwas abwechslungsreicher zu frühstücken und zwang mich zu Muffins und Banane. Am Tag darauf probierte ich es mit Müsli – bzw. Fruit Loops mit Kakao. Sofort bereute ich die Entscheidung und setzte auf Orangensaft ohne Alles. Am nächsten Tag gab es dann für mich von Anfang an nur noch Orangesaft. Samstag, der letzte Tag. Ich verzichtete gänzlich auf das Frühstück und kaufte am Flughafen lieber gesalzene Cracker.

An den Abenden gab es BBQ oder Crunchy Chicken Burger, Pizza, Bacon&Steak-Sandwich. Hier mal ein Softeis (in Amerika bedeutet Large wirklich Large! 600 ml Pappbecher randgefüllt mit Softeis), da mal einen Peanutbutter Shake (die Kalorien des Shakes decken meinen Wochenbedarf) – man muss sich daran gewöhnen und viel Sport treiben.

FastFood
 
Mit ansonsten sehr schönen Impressionen von Amerika und vollen Koffern landete ich Sonntagmorgen um 8:00 Uhr in Stuttgart. Mit Dank an die amerikanischen Kollegen und die Schulungsteilnehmer.

 

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